6 Wein-Tipps aus dem „The Hide“ Hotel

Daniel Mani, Gastgeber im The Hide Hotel, mag Weine mit schönem Etikett – warum kommt mir das so bekannt vor? Ich durfte in den Weinschrank und 6 Geheimtipps vorstellen.


Neue Weinkaufsliste straight outta Hide Hotel Flims

Meine Wein-Macke hat Daniel, der Gastgeber im The Hide Hotel (hier findet ihr den Bericht zum Aufenthalt in dem Schweizer Designhotel und lauter gute Gründe, selbst mal einzuchecken) ziemlich schnell erkannt. Weil er auch eine hat – und ein Faible für coole Etiketten. Dann stand auch schon die Tür in den Wein-Tresor offen. Bisschen ein Gefühl wie als Kind im Spielwarenladen, und glaube, so hab ich auch gekuckt. Erst recht, wenn Kandidaten davon abends beim Dinner plötzlich ins Glas geschenkt werden. Hier stell ich mal 6 Wein-Tipps aus der Sammlung der Hotel-Weinkarte vor, die eigentlich größtenteils über meiner Budget-Grenze von ca. 20 Euro hier auf dem Blog liegen. Aber so ist sie halt, die Schweiz. Und anschauen ist ja noch erlaubt. P.S: Entstanden sind die Bilder natürlich alle im The Hide Hotel.


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© The Hide Hotel

CASA ROJO, MACHO MAN MONASTRELL (SPANIEN)

Was hält sich für heiß und hat jede Menge Sand im Kopf? Die Flasche hier ist mir direkt als erstes aufgefallen. Ich mein: Wie geil ist bitte das Etikett?

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Stichwort geil – und damit zurück zur eingebildeten Hitze und dem Sand: Die findet man gerne im Kopf von Machos. Oder halt viel sexier: in dem Macho Man Monastrell vom Weingut Casa Rojo. Die Trauben des Rotweins wachsen auf Sand in der Region Jumila, und mögens gerne heiß. Das Ergebnis riecht dann, als ob man euch einmal an der Nase quer durch ein Plantschbecken mit allen roten Beeren zieht, schmeckt, wie anschließend über einen Seidenpyjama gezogen und zur Feier kurz im Holzfass angeröstet. Kurz: Der Macho Man hat eine harte Schale, ist nicht sofort zugänglich, aber wenn man sich einlässt, ein echter Gute-Laune-Kuschel-Wein, der vor Generve und schützt und im richtigen Moment für einen da ist. Bisschen so meine Interpretation des modernen Kuscheltiers. Probiert’s aus! Preis: rund 19 Euro, etwa über www.fabelhafter-wein.de oder im DMAX-Shop.


VON SALIS MAIENFELDER PINOT NOIR (SCHWEIZ)

© Gentlemens Journey
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Ab auf die stille Treppe! Nicht als Strafe, aber irgendwie haben sich die Treppy in der Lobby des The Hide und dieser Schweizer Wein aus dem Kanton Graubünden echt nice verstanden. Gutes Etiketten-Match, oder? Der Pinot Noir ist jetzt kein Wein, mit dem man es allen recht macht, sondern macht Spaß, vielleicht gerade weil er Ecken und Kanten hat. Der Rotwein schmeckt, als hätte man kompromisslos eine Himbeere durch eine Kräuterwiese gezogen. Kann man schon mal machen. Und dekorativ im Regal steht die Flasche ja ohnehin. Preis: 12,50 CHF, etwa über www.vonsalis-wein.ch


ROSSO DI TOSCANA IGT PICCOLO FIASCO (ITALIEN)

ROSSO DI TOSCANA IGT PICCOLO FIASCO Gentlemens Journey
© Gentlemens Journey

Sieht bisschen oldschool-kitschig aus und man hat unweigerlich die äußerst günstige Massenware im italienischen Klischee-Lokal im Kopf, macht der Piccolo Fisasco aber mit Absicht und Selbstironie. Der Chianti unter der Verpackung ist echt edel und ziemlich smart & sexy in der Neuzeit angekommen. Ein Hoch auf die Inneren Werte! Der Fiasco ist kein Wein für lange Diskussionen und viel Gerede. Der will getrunken werden, angeschwiegen, genossen, sich vertragen, an Strandurlaube und Sommernächte denken. Preis: 18,50 CHF, zum Beispiel über www.smithandsmith.ch


SCALA MERLOT (SCHWEIZ)

scala merlot Gentlemens Journey
© Gentlemens Journey

Von links nach rechts, von oben nach unten: Nein, keine Tanzmoves – sondern wie man sich diesem Wein nähern sollte. Das grafische Etikett lässt einige Varianten übrig, wie man die Bezeichnung lesen könnte. Am Ende aber hört die Glas-Schönheit auf den Namen Scala, und hat seine Hood in Barbengo im Tessin, südlich von Lugano. Zubereitet wird der schon noblere Merlot von der Cantina Kopp von der Crone Visin. Wäre auch ein guter Rapper-Name gewesen. Oder als Flock auf einem Fußballtrikot. Aber zurück zur echten Flasche. Ich feier das textlastige Etikett schon. Und dann noch der #blackandwhite-Look. Zugeben: Der rote Obstsalat mit Aromen-Zutaten wie dunklen Kirschen, Pflaumen, Brombeeren und einem Schuss Vanille ist nicht die allererste Flirt-Empfehlung für preisbewusste Einsteiger, aber wer auf eine kleine Challenge steht, sollte mal mit dem Text-Tanzen starten. Preis: 55 Euro, etwa über www.gute-weine.de


ALEXANDER VS THE HAM FACTORY (SPANIEN)

ALEXANDER VS THE HAM FACTORY gentlemens journey
© Gentlemens Journey

Bock auf Obstsalat-Ferkeleien? Dann einfach diesen spanischen Temperaments-Bolzen schnappen und losschnabeln. Ok, fair, nachdem ihr 180 Sekunden lang das fancy Etikett studiert und bewundert habt. Der Alexander vs. The Ham Factory vom Weingut Casa Rojo in Spanien wurde zu hundert Prozent aus der Tempranillo-Rebe gekeltert und reift 18 Monate in amerikanischen und französische Eichenfässern. Schmeckt so neugierig machend wie die Verpackung, als ob man sich ganz hemmungslos in einem Becken aus Brombeeren, Kirschen, Toast, einem Komplett-Paket aus dem Gewürzladen und saftigem Grillfleisch suhlt (oder seriös: badet). Kein Schnäppchen, aber das haben die versaut-coolen Dinge halt so an sich. Wer die Gelegenheit hat an eine Flasche zu kommen, von Oma gerade Taschengeld zugesteckt bekommen hat oder bei sexy Rotwein einfach schwach wird, sollte hier mal einen Schnupperkurs belegen. Preis: 29 Euro, etwa über www.hawesko.de


THE BUTCHER CUVÉE (ÖSTERREICH)

© Gentlemens Journey

Stichwort schweinisches vergnügen: Noch so ein saugeiler roter Obstsalat, den man sich super rein- als auch ins Regal stellen kann, ist der The Butcher aus dem österreichischen Burgenland. Was das Weingut Schwarz da am Neusiedlersee zusammenmetzgert, ist schon Trink-Verwöhnung pur. Eckig, kantig, saftig, würzig, aber die Cuvée aus 20% Cabernet Franc, 30% Cabernet Sauvignon und 50% Merlot ist so elegant in die Spur gegossen, dass man sich einfach nur treiben lassen will. Also ich zumindest werde beim Duftkuss von Orange, Schokolade und sweeten Beeren schon schwach. Nicht direkt Horror, aber schon nichts für zu schwache Nerven: der Preis. Den Butcher bekommt ihr ab rund 25,90 Euro, etwa über hawesko.de

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