Raus aus der Komfortzone!

Was wäre wenn? Warum unterlassen wir eigentlich oft, uns einzulassen? Also: Sein lassen oder endlich machen! Auch Gedankenspiele brauchen ein Ergebnis. Oder?

Oft, sehr oft, wenn Kopf und Laune sorgenfrei auf der mentalen Luftmatratze im Gehirnpool relaxen, klingelt es. Vor der Tür: Die drei Worte. Also jetzt nicht die berühmten, eher der uncoole Cousin, der auf Arte läuft. Was. Wäre. Wenn. Und schon lässt jemand die Luft aus dem Pool. Kennt ihr das? Man trifft alte Bekannte, die Exfreundin oder sonstige Entscheidungen von früher und fragt sich: Was wäre gewesen, wenn ich damals mehr gelernt hätte? Länger um sie gekämpft – oder sie eher abgeschossen hätte? Das Angebot angenommen oder doch das bestimmte Studium gewagt hätte? Wär dann jetzt alles besser?

Schon ein fränkischer Philosoph wusste: Wäre, wäre, Fahrradkette. (Nach-)Denken ist ja an sich eine super Sache. Da streckt der Charakter-TÜV schon den ersten Daumen hoch. Aber manchmal stehen wir uns echt selbst im Weg.

Schon komisch: Wir bereuen häufiger und länger das, was wir im Leben unterlassen haben, als das, was wir getan haben. Nicht nur in der Vergangenheit.

Auch die Gegenwart hat sich die Übertragungsrechte für „was wäre wenn“ gesichert. Und ich erwische mich oft, im Programm hängen zu bleiben. Wenn ich sie nicht anspreche, kann ich auch keinen Korb kriegen. Theoretisch hab ich in dem Zustand also noch Chancen bei ihr. Wenn ich meinen besten Freunden bei einem Problem nicht die ehrlichste Meinung sage, ist die Freundschaft nicht in Gefahr, angekratzt zu werden. Oder euer Engagement im Job wird nicht geschätzt? Zwischen sicherem Gehalt bei schlechter Atmosphäre und Zufriedenheit bei unsicherer Zukunft steht ein Gespräch mit dem Boss.

Ich glaube, „was wäre wenn“ will gar keine fette Antwort hören. Sondern Mut.

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© Gentlemens Journey

Er  mag sie und sie mögen nicht

Das Wort zum Sonntag kommt von Beziehungs-Coach Dr. M. Jordan. „Ich kann Versagen akzeptieren, keiner ist perfekt. Aber was ich nicht akzeptieren kann ist, es nicht zu versuchen.“ Sheesh. Jetzt sollte man die Mikro-Beiträge von Sportlern nicht zu hoch hängen, aber hier hat der Dude mal Recht.

Nehmen wir zwei Leute. Sie mag ihn. Er mag sie. Sie mögen sich. Über Jahre. Und da ist was. Von Anfang an da. Unsichtbar. Nur keiner traut sich. Man spricht. Aber nichts an. Er fängt eine andere Beziehung an. Sie eher verirrte Emotionen auf. Sie treffen sich wieder. Single. Beide. Es ist immer noch da. Immer noch unsichtbar. Niemand traut sich. Er weil er Angst hat, dass sie mehr Gefühle haben könnte als er. Er, weil er Angst hat, sie zu verletzen, wenn die Emotionen sich vielleicht verflüchtigen. Bindung und so. Sie, weil sie eigentlich unabhängig bleiben will. Weil ihr das doch Kontrolle gibt. Und die Kontrolle braucht sie. Ist immer gut allein zurechtgekommen. Doch der Typ reizt sie. Was tun? Lohnt es sich? Einlassen? Sich verwundbar machen? Doch egoistisch sein? Oder in dem Zustand weitermachen? Unterlassen? Und WTF: Warum jetzt dieser Platzsturm auf dem Gedanken-Spielfeld?

Was wäre wenn ich was riskiere?

Ich hasse ja diesen Schwebezustand zwischen entweder oder. Wenn man überlegt: Sicherer Boden mit ungünstigem Wetter oder unsicheres Terrain mit guten Chancen auf Malediven-Flair.

Ganz ehrlich: Try it. Auch wenn man aufs Maul fliegt. Das tut man zwangsläufig irgendwann. Man weiß dann, was Sache ist. Und hat einen pochenden Gedanken weniger, der an einem zerrt. In der Schlange stehen schon genug weitere. Beim Unterlassen gibt’s keine Einlasskontrolle.

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