Throwback ’14: Trainieren wie Neymar in Barcelona

Keine 222 Millionen teuer, aber trotzdem unbezahlbar:  Einmal in La Masia trainieren. Damals schon in Barcelona, aber nicht anwesend:  Neymar. Anwesend dagegen: ein Kreisligakicker. Sonne. Und eine Kamera.

32 Grad, strahlende Sonne. Ich knie mich hin, ziehe Schnürsenkel nach. Schneller  Knoten, Stutzen richten. Einatmen. Umblicken. Ausatmen. Kurzes Zwicken. Ja, ich bin auf dem Trainingsplatz des FC Barcelona.

Während dieser gut 60 Sekunden wird einer der Superstars des Vereins, das kann ich (und eigentlich niemand) zu der Zeit nicht ahnen, rund 1036 Kilometer nördlich, einige Jahre später rund 51 Euro verdient haben. Soviel, das haben findige Experten zusammen mit Sheldon Cooper mal kurz im Kopf zusammengerechnet, wird Neymar nämlich mit seinem 30 Millionen-Netto-Vertrag bei Paris Saint Germain verdienen. Kurz: einmal kurz duschen – ein paar Yeezys. Länger duschen: ein gutes Paar Maßschuhe. Eine Stunde Nickerchen nach dem Duschen: eine gediegene Maledivenreise.

Nein, eine schwierige Entscheidung war das Angebot nicht. Gut, bei mir gings nicht ums Geld, ich flog Economy, und einen Vertrag gab’s auch nicht – auch keine 222 Millionen Ablöse – dafür war die Einladung von Nike für mich unbezahlbar. Einmal trainieren in La Masia, der Jugendakademie von Barca, auf den Trainingsplätzen, auf denen sich zu der Zeit Messi und Neymar in Talent zur Schau stellen gegenseitig überboten. Einmal fühlen wie ein Profi, und das ganze ohne Mastercard.

Zwei Nachwuchscoaches des FC Barcelona bitten zu einer Trainingseinheit. Angefragt, aber leider zu Tisch: die Kondition

Auf dem 6000 Quadratmeter großen Areal La Masia-Centre de Formació Oriol Tort, im kleinen Städtchen Sant Joan Despi vor den Toren Barcelonas, werden Rohdiamanten zu den Weltstars von morgen geschliffen. Beruhigend: Auch beim Nachwuchs des FC Barcelona ist eine Kabine eine Kabine. Bänke, eine Massageliege, Duschen, Toiletten.

Neymar, Messi, Kreisliga

Das Areal ist eine Traumfabrik. Jeder Grashalm ist ein Sprungbrett. Jeder Grashalm kann Geschichten erzählen. Von erfüllten Träumen. Von geplatzten Träumen. Um es mit den Worten von Jürgen Klinsmann zu sagen: Das sind Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.

Um in La Masia trainieren zu dürfen, benötigt man jede Menge Talent. Oder eine Einladung von Nike. Man darf auch mal Glück haben.

Mittlerweile ist die Reise nach Barcelona über drei Jahre her. (mehrere Tattoos waren noch in Planung). Dran denken werde ich aber noch in 222 Jahren. Und eigentlich jedesmal, wenn Neymar oder Messi in Zukunft bei DAZN, Sky oder einem der 51 neuen Rechteinhaber zu sehen sind.

 

 

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